Leader oder Vorgesetzter?

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Wie Sie engagierte und zufriedene Mitarbeiter bekommen

Diese Zahlen sprechen Bände: Zwischen 50% und 90 % der Mitarbeiter, die ihren Job kündigen, sagen, dass sie eigentlich nicht das Unternehmen verlassen, sondern den Vorgesetzten. Diejenigen, die loyal und zufrieden in Unternehmen bleiben, äußern, dass sie gehört werden, dass sie etwas erreichen können und dass sie für ihre Arbeit wertgeschätzt werden.

Als Führungskraft haben Sie im Unternehmen einen direkten Einfluss auf die Leistungsbereitschaft Ihrer Mitarbeiter und der gesamten Organisation. Wie können Sie also sicherstellen, dass Sie Ihre Mitarbeiter effektiv involvieren, engagieren und befähigen?

Hier kommen einige essentielle Fragen, die Sie in Erwägung ziehen können, wenn Sie der Leader sein möchten, den die Mitarbeiter nicht verlassen oder gar verlieren wollen:

Teilen Sie Informationen?

Häufig erlebe ich, dass Mitarbeiter nicht in einen natürlichen Fluss an Informationen über organisatorische Initiativen, Strategien und übergeordnete Ziele eingebunden sind. Dies reduziert erheblich die Möglichkeit und auch ihre Fähigkeit, Mehrwert für das Unternehmen oder das Team zu liefern. Es kann dazu führen, dass sich die Mitarbeiter hilflos und auch ausgeschaltet fühlen, wenn sie plötzlich mit Problemen konfrontiert sind, die sie mit lösen sollen, die, wenn sie vorher informiert worden wären, möglicherweise gar nicht entstanden wären. Sie sollen jetzt einen Beitrag zu etwas leisten, das vorher nicht gewünscht war.

Natürlich ist es nicht angebracht, alles „von ganz oben“ immer zu erzählen. Gerade wenn es um sensible Daten oder kritische Verhandlungsphasen geht. Doch ist es wichtig sehr offen darüber zu kommunizieren, welche Herausforderungen, Ziele und Wachstumsbereiche angegangen werden, um die Mitarbeiter zu ermutigen, ihre Sichtweisen und Ideen mit einzubringen.

Sie können sich selbst zunächst fragen: „Von all den Informationen, die ich jetzt habe, und von dem was ich weitergeben kann, was sollte ich an meine Mitarbeiter weitergeben, um sie einzubinden und sie zu ermutigen, Lösungen oder Ideen beizutragen, die uns voranbringen könnten?“

Führungskräfte, die Informationen zurückhalten, haben oftmals versteckte oder tiefer liegende Annahmen, dass Innovation oder Ideen zum Unternehmenswachstum ausschließlich in der Verantwortung des Top-Managements liegen. Dabei schließen sie Menschen aus, die ein wichtiger Teil sein könnten, um das gesamte Unternehmen größer oder flexibler zu machen. Offen und überlegt Informationen zu teilen, lädt jede Person dazu ein, einen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu bringen.

Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter und ihre Kreativität?

Sind Sie an Ihren Mitarbeitern interessiert? An ihren Ideen und ihrer einzigartigen Fähigkeit, einen positiven Einfluss auf das Geschäft zu nehmen?

Hier sind drei Möglichkeiten, die Kreativität Ihrer Mitarbeiter zu fördern:

  1. Setzen Sie sich einzeln mit Ihren Mitarbeitern zusammen. Stellen Sie jedem folgende Fragen, um seine Kreativität anzuregen:
    o Welche Ideen hast du für deinen Bereich?
    o Welche Dinge hättest du gerne zur Verfügung, die du im Augenblick nicht hast?
    o Was kann ich dazu beitragen, dass deinen Job leichter machen würde?
    o Welches System können wir einführen, das dir erlauben würde, effektiver deine Arbeit zu machen?
    o Welche Hindernisse siehst du, zu deren Überwindung du etwas Unterstützung gebrauchen könntest?
    o Wenn du meinen Job hättest, was würdest du anders tun? Was würdest du zusätzlich kreieren?

    Es spielt keine Rolle, welche Antworten der Mitarbeiter gibt. Lassen Sie ihn seine Ideen einmal ausführen. Es geht in erster Linie darum, dass Sie gemeinsam über etwas anderes reden und er sich angeregt fühlt, selbst mit neuen Vorschlägen oder auch mit bisher nicht geäußerten Wünschen zu kommen.

    Sollte er auf das umschwenken, was er alles als „unmöglich durchzuführen“ sieht, dann können Sie immer weiter mit offenen Fragen intervenieren, damit er selbst neue Möglichkeiten entdeckt.

  2. Laden Sie andere Personen aus anderen Bereichen der Organisation zu Ihren Teammeetings ein. Wie z.B. Finanzbereich, Unternehmensentwicklung, Personalentwicklung. Fragen Sie diese Personen „Wen oder was können wir hinzunehmen, um unsere Kreativität oder Innovation zu erhöhen?“ Das bringt Ihnen und Ihren Mitarbeitern neue Perspektiven, mit denen sie sich beschäftigen können, um aus dem eigenen Abteilungsdenken heraus zu kommen.
    Darüber hinaus werden Ihre Mitarbeiter ermutigt, neue Kontakte zu knüpfen, ein Netzwerk über die Organisation zu spannen, das allen die Kreativität und die Wahrnehmung auf das gesamte Business erweitert.
  3. Wenn Sie mehrere Ebenen führen, dann gehen Sie hin und wieder in die Meetings der Mitarbeiter, die Ihre direkten Führungskräfte führen oder initiieren Sie ein solches mit diesen Mitarbeitern. Bringen Sie dann ein bis zwei Themen ein, die Sie direkt mit den Mitarbeitern teilen wollen. Doch halten Sie Ihren Fokus eher auf das Hinhören, was die Mitarbeiter berichten. Was funktioniert aus ihrer Sicht und was nicht? Welche Ideen haben sie, um Systeme, Produkte und Dienstleistungen zu verbessern? Was nehmen sie sonst noch wahr, das Sie nicht wahrnehmen, weil Sie ggf. zu weit von dieser Ebene entfernt sind?

Wenn Sie so die Konversation in Ihrem Unternehmen fördern und Fragen serhalten Sie zusätzliches Engagement von Talenten, die bereits in der Organisation vorhanden sind, jedoch noch nie gefragt wurden. Auf wie viele Arten können Sie also Ihre Mitarbeiter involvieren, engagieren und ermutigen, neue Ideen zu kreieren und zu implementieren?

Entfernen Sie Ihre eigenen Hindernisse?

Um kreative Teams effektiv führen zu können, müssen Manager selbst einen offenen Geist haben. Be open-minded. Wenn Sie eine Vorstandssitzung oder ein Strategiemeeting mit dem Managementkreis mit den Gedanken verlassen „Das wird nicht funktionieren…“, dann bringen Sie selbst hinderliche Ansichten zu Ihren Mitarbeitern und Sie werden nur das sehen, wo Sie möglicherweise nicht erfolgreich sein werden. Die andere Kehrseite ist, wenn Sie entscheiden, wie es geht oder wie es zu sein hat und Sie diktieren den Plan, weil Sie ja die Lösung haben, limitieren Sie die Kreativität und neue Möglichkeiten, die Ihre Mitarbeiter entwickeln könnten.Also prüfen Sie sich selbst auf versteckte Schlussfolgerungen, die Sie limitieren, indem Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wenn ich hier keinen festen Standpunkt bereits hätte, ob es funktioniert oder nicht, welche Optionen wären verfügbar?
  • Welche anderen Möglichkeiten haben wir, die wir noch nicht berücksichtigt haben?
  • Auf welche verschiedenen Wege kann das für die Organisation von Nutzen sein, das ich noch nicht entdeckt habe?
  • Was könnte ich anderes denken, wenn ich vollkommen frei wäre und keine Vorgaben hätte?
  • Welche anderen Ziele würden wir formulieren, wenn wir nicht an die Situation gebunden wären?

Bedenken Sie: Ein Vorgesetzter will immer die richtige Antwort haben und geben. Dadurch werden die Mitarbeiter eher entmündigt und lernen, dass „er“ ja sowieso alles weiß. Also wird nicht selbst weitergedacht, wenn es schwierig wird. Ein Leader hingegen ist immer neugierig und hat Fragen über Fragen, da diese neue Wahrnehmungen und Lösungen ermöglichen. Er gibt Impulse jedoch nicht die „richtigen“ Antworten.

Kontrollieren oder begleiten Sie?

Wie ermutigen Sie Menschen, Initiative zu ergreifen, kreativ zu sein und dennoch die Arbeit zu erledigen? Leader sind immer engagiert und nehmen wahr, was gerade ist: sie wissen, welche Aktivitäten durchgeführt wurden, welche Aktivitäten eingeleitet werden müssen und wer was gerade macht. Wenn Mitarbeiter nicht im Fluss sind oder nicht in der Zeit, dann können sie folgende Fragen stellen, anstatt in das Mikro-Management zu verfallen oder gar selbst wieder Hand anzulegen:

  • Ist das erledigt? Wenn nein, was muss geändert werden, damit es erledigt werden kann?
  • Müssen wir Personen hinzunehmen, verändern oder das System verändern?
  • Welche anderen Elemente sollten wir an dieser Stelle des Projektes hinzunehmen, damit wir schneller vorankommen?

Begleiten Sie und führen Sie, anstatt zu kontrollieren. Seien Sie offen dafür, neue, andere Optionen zu erkunden und halten Sie den kreativen Fluss Ihres Teams am Fließen, indem Sie Fragen stellen, die sonst niemand stellt.

Ermutigen Sie jenseits der Stellenbeschreibung?

Ein Leader weiß, dass Mitarbeiter Fähigkeiten besitzen, die sie gerne entwickeln wollen und findet Wege, ihnen zu erlauben, das auch auszuprobieren. Manchmal sogar, wenn der Mitarbeiter selbst noch nicht entdeckt hat, was er sonst noch kann. Sie finden daher Projekte, an denen sich Mitarbeiter zeitweise als Unterstützung beteiligen oder etwas für die Zukunft vorbereiten können, damit sie über das hinauswachsen können, was die momentane Stellenbeschreibung vorsieht.

Hier einige Fragen an Sie:

  • Welche Möglichkeiten und Gelegenheiten können Sie hinzunehmen, finden oder neu kreieren, um das Wachstum Ihrer Mitarbeiter zu fördern und dadurch ihren Wert für Sie und das Unternehmen wertzuschätzen?
  • Wo ist es sinnvoll, Ihre eigene Arbeitsweise zu verändern, um Ihren Mitarbeitern Gelegenheit zu geben, selbst in eine unternehmerisch denkende Rolle und Handlungsweise hinein zu wachsen?
  • Welche Kommunikation fördern Sie innerhalb Ihrer Mitarbeiter, damit sich diese über das normale „to do“ hinaus austauschen und Ideen entwickeln, die Ihre Abteilung, Ihren Bereich und das Unternehmen voran bringt?

Haben Sie selbst Spaß?

Häufig finde ich noch immer die Aussage, Arbeit muss nicht Spaß machen! Freude, ja, aber SPAß??? Wie viel mehr könnten Sie selbst in die Wege leiten, was könnten Sie alles erreichen, wenn Sie sich erlauben würden, Spaß zu haben? Mal ehrlich, lieben Sie es wirklich, mit einem verkniffenen Gesicht durch die Gänge Ihres Unternehmens zu laufen und nichts wahrzunehmen, weil alles so ernst und dringlich ist?

Die Dinge, die Sie signifikant und ernst machen, werden zu den Problemen, die Sie nicht überwinden können. Probleme oder Frustrationen sollten niemals größer werden als Ihre Fähigkeit, mit ihnen leicht fertig zu werden und dabei die Zusammenarbeit mit anderen zu genießen. Das gelingt, wenn Sie willens sind, mit mehr Neugierde und einem Sinn von spielerischem Ausprobieren an die Dinge heranzugehen.

Gestalten Sie ein Umfeld von Kreativität und Möglichkeiten und nicht von Ernsthaftigkeit. Haben Sie Freude und Spaß! Ja, man sollte lachen dürfen! Und die Mitarbeiter sollten Ihnen genau den Witz erzählen können, den sie sich gerade ausgetauscht hatten, als Sie zur Tür reinkamen, anstatt geschäftig zu schweigen!

Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, freudvoll und kreativ zu sein. Seien Sie nachfragend, hinterfragend mit diesen besonderen Fragen, die Sie hier gelesen haben. Geben Sie strategische Impulse für die Teams Ihrer Führungskräfte und für die gesamte Organisation und sie werden die Botschafter für Sie sein. Ein Leader zu sein nutzt allen.
Welchen Beitrag als ein Leader können Sie geben, welchen Unterschied können Sie machen, an den Sie noch nie zuvor gedacht haben?

Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an: Tel. +49 7266 91539-0
Weitere Informationen finden Sie auch unter www.nimsky.de

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